Das ist die kalte Seite grüner Politik

Es ist schon ein falsches Spiel, wenn die Kritiker eines drohenden Photovoltaik-Wildwuchses auf Eiderstedt als unsolidarische Klimagegner beschrieben werden, die nur so weitermachen wollen wie bisher.

Es ist schon ein falsches Spiel, wenn die Kritiker eines drohenden Photovoltaik-Wildwuchses auf Eiderstedt als unsolidarische Klimagegner beschrieben werden, die nur so weitermachen wollen wie bisher. Zwar ist in dem Leserbrief von Cornelia Bothe aus Sankt-Peter-Ording von der Halbinsel Eiderstedt als einem einzigartigen Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen die Rede, aber der kann nur durch ambitionierten Klimaschutz erhalten werden. Das bedeutet in der Logik der Leserbriefschreiberin Photovoltaik-Ausbau, weil „wir“ sonst „unsere“ Pariser Klimaziele nicht erreichen könnten.

Kein Wort davon, dass unregulierter PV-Freiflächen-Ausbau das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigt und mit dem größten Wirtschaftszweig hier, dem Tourismus kaum zu vereinbaren ist. Das einzigartige Landschaftsbild Eiderstedts, mit einem hohen Grünlandanteil, und einer Landschaft  mit Haubargen und Kirchen wird dem ungeregelten Ausbau von Photovoltaik-Anlagen geopfert, deren Strom nach Aussagen von Vertretern der Hansewerk nur mit ganz erheblichen Ausbauanstrengungen in das Stromnetz aufgenommen werden kann. Hinzu kommt, dass die für den PV-Ausbau der Landwirtschaft entzogenen Flächen den Bauern fehlen. Das schraubt die Preise für Pachtland weiter nach oben und beeinträchtigt letzlich die Produktivität der Landwirtschaft negativ.

Zusammenfassend ist festzustellen: Hier wird Schindluder mit dem richtigen politischen Ziel betrieben, den Klimaschutz auszubauen. Es zeigt sich aber auch, dass der Klimaschutz nicht alles ist. Wer die sozialen und kulturellen Folgen seines Denkens nicht berücksichtigt, stellt sich leicht gegen die Menschen, für die er vorgibt einzutreten.
Das ist die kalte Seite grüner Politik.